Das Buch

Kurzbeschreibung

 

Nach einem chaotischen Leben, dessen Dramatik von massivem Alkohol- und Betäubungsmittelmissbrauch bestimmt war, entscheidet sich Joachim für eine stationäre Entwöhnungsbehandlung. Immer wieder ist er tief gestürzt, immer wieder hat er sich mühsam erhoben, um seinem Dasein wenigstens den Anschein von Normalität zu geben. Doch nun fehlt die Kraft für einen Neubeginn, und der Schritt in die Suchtklinik ist zunächst nichts anderes als eine Flucht vor der Realität eines zertrümmerten Lebens. Joachim muss sich entscheiden: Für ein weiteres schmutziges Sterben oder ein sauberes Leben ohne Drogen. Die Entscheidung trifft er mit Hilfe eines Tagebuches, welches er in der Klinik schreibt. Er beginnt zu graben in einer dunklen, lange verdrängten Vergangenheit und sucht in ihr die Gründe, die ihn in die Abhängigkeit geführt haben. Dieses Buch wendet sich nicht nur an Betroffene und deren Angehörige, die noch in den Klauen der Sucht gefangen sind, und es enthält eine Botschaft der Hoffnung. “Der Trümmermann” ist ein authentisches Werk, in dem die Person des Autors nicht geschont wird. Es erhebt keinen Anspruch an literarische Finessen. Einen Anspruch aber hat es: den an die Wahrheit.

Zum Bestellen einfach den gewünschten Anbieter anklicken:

Projekte-Verlag.de

Amazon.de

 

Impressum: 1. Auflage © Projekte-Verlag Cornelius GmbH, Halle 2010 • www.projekte-verlag.deMitglied im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Satz und Druck: Buchfabrik Halle • www.buchfabrik-halle.de

ISBN: 978-3-86237-262-1 Preis: Euro 15,00 (D) / 15,45 (A)

 

Rezension:

„Der Trümmermann“

von Jürgen Schiebert, Trokkenpresse Berlin

„Hier, auf der Therapiestation der Suchtklinik, ist das tägliche Führen eines Tagebuches Pflicht. Nun muss ich schreiben, und das ist gut so.“
Während seiner stationären Therapie im Harzstädtchen Elbingerode führt der Autor also ein Tagebuch. Daraus ergibt sich für den Leser ein eigenartiger Reiz: die Beschreibung des Ablaufes in der Klinik wird verwoben mit der Lebensgeschichte des Verfassers.

Und die hat es in sich. Dabei geht er schonungslos mit sich selbst, aber auch mit seinem familiären und kollegialen Umfeld ins Gericht, schildert ergreifend Episoden, die ihn den Alkohol als Entspannungs- und Betäubungsmittel nutzen ließen, bis es keinen Ausweg mehr gab: „Nachdem (endlich!) das Unvorstellbare eingetreten ist, nachdem die undurchdringlich scheinende Mauer aus Lügen, Ignoranz und Verdrängung, die ich um mich selbst errichtet habe, mit donnerndem Getöse eingestürzt ist, bleibt ein qualmender, chaotischer Trümmerhaufen. Es bleibt eine zertrümmerte Seele; es bleibt eine verlorene Persönlichkeit. Es bleibt ein Trümmermann.“
Ein Tagebuch ist die intimste Form der Bilanz. Der Autor gewährt tiefe Einblicke in sein Inneres, seine Gefühle und Gedanken. Dabei scheut er sich nicht vor schmerzhaften Erinnerungen: die unmenschliche Prügel durch den Vater, den dreijährigen Missbrauch durch den Pfarrer („eine triebgeile Gestalt aus meiner Kindheit“), die sinnlosen, aber durch dramatische Ereignisse bei der Armee ausgelösten Alkoholexzesse. Aber er stellt auch dar, wie der Alkohol Hilfe bot: bei Beziehungen, bei der Arbeit, beim trügerischen Wohlfühlen. Einige Schilderungen gehen dem Leser sehr nahe, denn ähnliche Situationen und die daraus resultierende Ratlosigkeit haben viele Betroffene selbst erlebt. Der Leser fiebert förmlich mit.
In Gesprächen mit „Zwi“, seinem Zwiespalt, wird eindrücklich beschrieben, wie der Verführer Alkohol immer wieder versucht, die Oberhand zu gewinnen. Darin, aber auch aus den Briefen von Verwandten und Freunden sowie anderen Süchtigen, erkennt Schwarze, dass der Alkohol bei ihm vorwiegend einen Zweck erfüllte: zu verdrängen.
Ein auf den ersten Blick selbstzerstörerisches Buch, aus dem die Kraft zur Erkenntnis wächst: „Ich werde ein kranker Mensch bleiben mit der Möglichkeit, in Zukunft ein gesundes Leben zu führen.“
Dafür dem Autor viel Erfolg!

Link zum Artikel:

http://www.trokkenpresse.de/index.php?id=88&id_news=668&mehr=true

Joachim

Profile Geboren am 18.06.1963 in Halle. Nach Schulabschluss Tätigkeiten als Elektro-maschinenbauer, Veranstalter, Jugendklubleiter, Hilfspfleger, Krankenpfleger und Pflegedienstleiter. Verheiratet in zweiter Ehe, vier Kinder. Alkoholabhängig seit dem 16. Lebensjahr, später zusätzlich Medikamenten- und Betäubungsmittelmissbrauch. Endgültiger Zusammenbruch Ende 2009. Nach längerem Klinikaufenthalt auf der Suche nach neuen Perspektiven.

  • RSS
  • Facebook